Ratgeber · Indeed

Indeed Mindestpreis für PersonaldienstleisterWas sich seit Juli 2025 geändert hat und was ihr tun könnt

Seit dem 1. Juli 2025 rechnet Indeed bezahlte Anzeigen je Job-ID ab. Nach Angaben von talent360 kostet jede Job-ID mindestens 15 € im Kalendermonat. Für einen Personaldienstleister mit vielen offenen Stellen wird so jede Anzeige zum festen Posten. Ihr könnt gegensteuern. Gebt nicht jeder Anfrage eine eigene Anzeige und macht die Bewerbung kurz. Und holt euch die Leute auch dort, wo sie gar nicht nach Jobs suchen.

18. Oktober 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Drei Änderungen in knapp zwei Jahren

Der Mindestpreis kam nicht über Nacht. Im September 2023 bestätigte Indeed der Personalwirtschaft eine erste Untergrenze. Ab dem 4. Oktober 2023 kostete eine Premiumanzeige mindestens 15 Euro. Eine Preiserhöhung sei das nicht, schrieb die Personalwirtschaft damals. In wenigen Einzelfällen könne es aber so wirken.

Zum 1. März 2024 stellte Indeed laut Personalwirtschaft auch in Deutschland auf „Pay Per Started Application“ um. Seitdem zahlt ihr, sobald jemand eine Bewerbung auf eure Stelle beginnt. Als begonnen zählt laut Indeed-Hilfe schon das Antippen von „Jetzt bewerben“ oder „Weiter zur Bewerbung“. Kampagnen mit Sponsored Jobs laufen automatisch in diesem Modell. Zurück zur Abrechnung je Klick geht es nicht.

Der dritte Schritt folgte zum 1. Juli 2025. Seitdem wird je Job-ID abgerechnet. Der Softwareanbieter talent360 beschreibt das als Mindestpreis von 15 € pro Job-ID und Kalendermonat. Vorher lief die Abrechnung über Slots. Mit 1.500 € ließen sich nach seinem Beispiel rund 100 Slots füllen. Die Jobs darin konnte man täglich tauschen. Heute bekommt man für dieselbe Summe 100 Job-IDs, und jede neue ID verursacht neue Fixkosten.

Indeed selbst nennt auf seiner Hilfeseite zu PPSA keinen festen Betrag. Dort steht nur, dass bei zielorientierten Kampagnen ein Mindestbudget pro Stellenanzeige angezeigt werden kann. Wie hoch es ist, hängt laut Indeed vom Markt ab. Fragt deshalb eure Ansprechperson bei Indeed, was für euer Konto gilt.

Warum es gerade die Zeitarbeit trifft

Nach unserer Erfahrung hat eine Niederlassung in der Zeitarbeit manchmal fünf neue Aufträge an einem Montag. Ein ausgedachtes Beispiel zeigt das Tempo. Der Kunde ruft an und braucht ab Mittwoch drei Helfer für die Spätschicht. Zwei Wochen später ist der Auftrag besetzt oder abgesagt. Die nächste Anfrage liegt da längst auf dem Tisch.

Für dieses Tempo passte das alte Modell mit seinen Slots. Im neuen Modell hat jede Stelle mit eigener ID ihren Mindestpreis. Als besonders betroffen nennt talent360 Zeitarbeitsfirmen und Personaldienstleister mit vielen kurzfristigen Vakanzen. Dazu kommen Unternehmen mit vielen Standorten.

Rechnet es für eure Niederlassungen einmal grob durch. Vierzig Job-IDs im Monat ergeben bei 15 € schon 600 €. So viel zahlt ihr mindestens, auch wenn auf einige Stellen kaum jemand reagiert.

Die kostenlosen Anzeigen fangen das nicht auf. Wer direkt auf Indeed veröffentlicht, darf laut Indeed bis zu drei kostenlose Stellen pro Kalendermonat schalten. Jede bleibt höchstens 30 Tage sichtbar. Außerdem kann Indeed verlangen, dass bestimmte Stellen als Sponsored Job laufen. In der Liste der Beispiele stehen ausdrücklich „Stellen von Personaldienstleistern“. Gleiche Stellen an mehreren Standorten stehen dort ebenfalls.

Was ihr jetzt tun könnt

Nicht jeder Auftrag braucht eine eigene Anzeige

Setzt euch einmal pro Woche mit den Disponenten zusammen. Geht die offenen Aufträge durch und entscheidet, welche eine eigene Job-ID bekommen. Auch talent360 sieht hier mehr Abstimmung mit den Disponenten auf euch zukommen. Eine Anfrage, die der Kunde nur „mal vorsorglich“ gestellt hat, kann ein paar Tage warten. Sucht ihr für denselben Kunden Helfer in Früh- und Spätschicht, kann eine Anzeige mit beiden Schichten reichen.

Weniger löschen und neu anlegen

Im Slot-Modell kostete es nichts extra, eine schwache Anzeige zu beenden und neu einzustellen. Bekommt die neue Anzeige heute eine neue Job-ID, kostet sie wieder den Mindestpreis. Laut talent360 verursacht jede neue ID neue Fixkosten. Ändert lieber Titel, Lohnangabe oder Text der bestehenden Anzeige. Kommen eure Anzeigen per Schnittstelle aus dem ATS, fragt beim Anbieter nach. Bekommt eine geänderte Stelle dort eine neue ID, zahlt ihr im selben Monat zweimal den Mindestpreis.

Die Bewerbung kurz machen

Indeed rechnet ab, sobald jemand die Bewerbung beginnt. Wer danach abbricht, hat euch trotzdem Geld gekostet. Jedes Feld, an dem Leute aussteigen, wird damit teuer. In einer Umfrage der KÖNIGSTEINER Gruppe hatten 37 % der Befragten schon einmal eine Bewerbung abgebrochen, weil ein Anschreiben verlangt war. Ein Drittel stieg wegen Zeugnissen oder Bewerbungsfoto aus. Für einen Helfer oder Staplerfahrer braucht ihr nach unserer Erfahrung nichts davon. Fragt das ab, was ihr beim ersten Anruf ohnehin wissen wollt. Welche Fragen das bei Staplerfahrern sind, steht in unserem Ratgeber Staplerfahrer finden.

Die richtige Zahl messen

Die Kosten je begonnener Bewerbung sagen allein wenig. Wichtig ist, was danach passiert. Marc Schach ist Geschäftsführer von talent360. Der Personalwirtschaft sagte er, die Kennzahl „Cost per Hire“ solle fester Bestandteil der Entscheidung über das Mediabudget sein. Für eine Niederlassung reicht am Anfang eine einfache Liste. Was hat Indeed diesen Monat gekostet? Wie viele Bewerber habt ihr erreicht und wie viele kamen zum Gespräch? Wie viele haben beim Kunden angefangen? Wir rechnen damit, dass ihr nach zwei, drei Monaten seht, welche Stellen sich über Indeed lohnen. Wie ihr diese Zahlen sauber rechnet, steht im Ratgeber Was kostet Social Recruiting in der Zeitarbeit?

Indeed behalten und einen zweiten Kanal aufbauen

Indeed bleibt gut für die Leute, die gerade suchen. Das sind nur wenige. Laut Gallup Engagement Index 2025 suchen 12 % der Beschäftigten in Deutschland aktiv einen neuen Job. Weitere 25 % sind offen für Neues, ohne selbst zu suchen. Die übrigen erreicht ihr dort, wo sie ohnehin Zeit verbringen. Laut ARD/ZDF-Medienstudie 2026 nutzen 40 % der Menschen ab 14 Jahren Instagram mindestens einmal pro Woche. Facebook kommt auf 28 %. Nach unserer Erfahrung bewerben sich manche noch am selben Abend, wenn sie dort eine Stelle in ihrer Nähe mit klarem Lohn sehen.

Für diese Leute haben wir FlyHire gebaut. Ihr zahlt einen festen Preis je Stelle im Monat. Für das Werbebudget legt ihr einen Monatsrahmen für alle Stellen fest. FlyHire verteilt ihn jeden Tag automatisch, und ihr zahlt ihn direkt an Meta. Ist eine Stelle besetzt, übernimmt der Platz einfach die nächste. Bei ständig wechselnden Aufträgen ist das leichter zu planen. Indeed müsst ihr dafür nicht abschalten. Mit beiden Kanälen erreicht ihr die wenigen Suchenden und die vielen, die nur offen sind.

Quellen

  • Personalwirtschaft, „Nicht mehr pro Klick: Bei Indeed zahlt man jetzt pro Bewerbungsstart“, 1. September 2023, aktualisiert am 5. März 2024
  • talent360, „Neue Indeed Mindestpreise. Ab 01.07.2025 wird je Job-ID abgerechnet.“, 12. Juni 2025
  • Indeed Hilfe, „Über das Pay-per-Started-Application-Modell (PPSA)“
  • Indeed, „Kostenlose Stellenanzeigen und Sponsored Jobs bei Indeed im Vergleich“, Stand 16. Juli 2026
  • KÖNIGSTEINER Gruppe, Whitepaper „Stellenanzeigen 2025“, bilendi, 1.028 Befragte, September 2025
  • Gallup, Engagement Index Deutschland 2025, 1.700 Befragte
  • ARD/ZDF-Medienstudie 2026, Ergebnisse S. 56, 2.462 Befragte ab 14 Jahren, 27. Januar bis 19. April 2026
  • FlyHire, eigene Erfahrung aus Kampagnen für Personaldienstleister

Stand der Angaben: 18. Oktober 2026. Preise und Regeln bei Indeed können sich ändern.